Ziel des Projektes Spielplatzforscher ist eine Bestandaufnahme und Bewertung der Spiel- und Bolzplätze in Bad Oldesloe durch Kinder- und Jugendliche. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und der Politik und der Öffentlichkeit präsentiert.
Zur Teilnahme eingeladen waren die Kindertagesstätten, die Grundschulen und die offenen Einrichtungen und Projekte der Jugendarbeit.
Mitgemacht haben: 20 Gruppen davon
Ergebnisse, Grundlagen und Methode der Befragung

Bewertungszeitraum: 1. September bis 15. November 2007
Alter der "Forscher": ca. 5 bis 12 Jahre
Insgesamt sind 34 Kinderspielplätze von 36 vorhandenen untersucht und bewertet worden. Von zwei Spielplätzen bekamen wir keine Rückmeldung.
Über 635 Kinder haben sich an der Erkundung beteiligt und eine kritische Wertung vorgenommen.
Für die Bewertung ist den Kindern ein Fragebogen zur Verfügung gestellt worden. Der Fragebogen ist eine Kombination aus wählbaren Begriffen, Schulnotenvergabe und offenen Fragen mit Textfeldern.
Je eine Gruppe von Kindern hat zusammen einen Fragebogen zu einem Spielplatz ausgefüllt. Die Bearbeitung der Fragebögen wurde größtenteils durch die Kinder selbst erledigt. Jüngere Kinder aus Kindergärten und Schulen wurden von ihren Erzieher/innen, Leiter/innen und Lehrer/innen unterstützt.
Es gab einen Rücklauf von 72 ausgefüllten Fragebögen, die zur Auswertung zur Verfügung standen.
Gefragt wurde u.a. nach der Sauberkeit der Anlage, nach der Qualität und Geeignetheit der Spielgeräte und nach dem Spaßfaktor für die Kinder. Einige Spielplätze wurden von mehreren Gruppen (zum Teil sehr unterschiedlich) bewertet, andere nur von einer Gruppe.
Bewertungen nach Schulnoten
Insgesamt wurden 2 Spielplätze mit „sehr gut“, 10 Spielplätze mit „gut“ und 9 Spielplätze mit „befriedigend“ bewertet, 5 Spielplätze mit „ausreichend“ und zwei mit „mangelhaft“. Sechs Spielplätze wurden von den Kindern nicht bewertet mehr...
Es gibt Spielplätze, die keine Wünsche offen lassen und auf denen die Kinder sehr gern spielen. Auf anderen Spielplätzen spielen die Kinder zwar nicht gern, nutzen sie aber mangels anderer Möglichkeiten im Nahbereich.
Kleinere Kinder bevorzugen Spielgeräte wie einen gerahmten Sandkasten, Wippe und Schaukel, während sich ältere Kinder häufig Fußballplätze mit Toren wünschen.
Problem Sauberkeit
Auf den 72 abgegebenen Fragebögen wurde 26-mal von den Kindern angegeben, dass sie den Spielplatz sauber und 14-mal fast sauber fanden.
Allerdings werden 18 Spielplätze als „schmuddelig“ und 10 Spielplätze sogar „dreckig“ wahrgenommen. 4 Spielplätze wurden von den Kindern nicht beurteilt. Die Kinder empfinden die mangelnde Sauberkeit auf Spielplätzen als störend. Müll, Schmierereien und abgenutzte Spielgeräte werden negativ wahrgenommen. Hier besteht Handlungsbedarf, zumal auf einem Drittel der Plätze aus Sicht der Kinder nicht genügend Müllbehälter vorhanden sind.
Ausstattung der Spielplätze
Eine Schaukel, eine Rutsche und eine Wippe sind als traditionelle Spielgeräte bei Kindern noch immer sehr beliebt.
Ein Klettergerüst oder eine Seilbahn sind nicht überall vorzufinden und wahrscheinlich gerade deshalb so begehrt wie auch ein Fußballfeld mit Toren insbesondere von den älteren Kindern.
Der Wunsch nach mehr und vielfältigeren Spielgeräten wird von über zwei Dritteln der befragten Kinder geäußert. Neue Spielgeräte werden von den Kindern besonders beachtet und in der Regel als „schön neu“ oder als „super“ bezeichnet.
Die Spielgerätewünsche werden separat aufgelistet und in Bezug auf Erreichbarkeit im Wohnumfeld überprüft. Die Wünsche sollen in zukünftige Planungen und Veränderungen mit berücksichtigt werden.
Auch der Gesamteindruck, die Größe und Lage der Plätze werden bewertet.
Wichtig ist den Kindern, dass genügend Schatten auf den Spielplätzen vorhanden ist. Das soll ebenfalls bei Umbauten und Neuplanungen berücksichtigt werden.
Sehr detailliert sind notwendige Reparaturen, Stellen, an denen es zu Gefährdungen kommen kann und auch die Notwendigkeit des Aufstellens von Schildern dokumentiert worden. Da z. B. viele Kinder Angst vor Hunden haben, wünschen sie sich, dass entsprechende Verbotsschilder aufgestellt werden.
Spaßfaktor
Spielplätze, deren Vielfalt an Spielgeräten bzw. Spielmöglichkeiten höher ist, werden von den Kindern auch hinsichtlich des Spaßfaktors besser bewertet.
Der Zusammenhang zwischen Gesamtzustand, Sauberkeit sowie Spielmöglichkeiten und Spaßfaktor ist wesentlich.
Sind auf dem Spielplatz wenige Spielgeräte oder die Spielgeräte z. B. rostig und in keinem guten Zustand, ist er für die Kinder wenig attraktiv. Die Kinder mögen es gern, wenn der Platz räumlich abgeschlossen und eingegrenzt ist und genügend Bänke und Schattenplätze vorhanden sind.
Handlungsbedarf
Auf der Basis der ausgefüllten Fragebögen ist für jeden bewerteten Spielplatz eine Zusammenfassung der jeweiligen örtlichen Situation entstanden. Darin werden sowohl bestehende Probleme, als auch positive Aspekte dargestellt.
Wenn Handlungsbedarf z. B. zur Unfallverhütung besteht, wurde dieser direkt aufgegriffen. Die anderen Bereiche des Handlungsbedarfes z. B. mehr Bänke, Änderung/Verbesserung der Bepflanzung, Auffüllen von Sand etc. wurden in einer Liste Handlungsbedarf zusammengestellt. In Absprache mit dem Spielplatzbereich sollen diese im Rahmen der Unterhaltung der Spielplätze im laufenden Jahr abgearbeitet werden und so eine Verbesserung der Spielplätze erreicht werden.