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5. Feb. 2012
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Donnerstag,
9. Feb. 2012
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Samstag,
11. Feb. 2012
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Krimilesung mit Cello-Begleitung
Mittwoch,
15. Feb. 2012
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Asklepios Klinik
Asklepios Klinik Bad Oldesloe (externer Link)

750 Jahre Stadt Bad Oldesloe
Auszüge aus dem o.g. Buch - Herausgegeben vom Magistrat der Stadt Bad Oldesloe

Die Stadtpläne von Oldesloe
Der Sage nach ist die Landschaft um Oldesloe vom Teufel und seiner Großmutter geschaffen worden, bevor man die Kirche erbaute und sie dem Heiligen Petrus weihte. Die Großmutter soll vor den Pflug gespannt und derart mit der Peitsche gehauen worden sein, dass sie vor Wut den Pflug herausgerissen und lauter Kurven gezogen habe. Die Schwingungen der Trave, die man am besten im Bürgerpark erkennt, sprechen für dieses Märchen.

Von der Brücke am Heiligen Geist lässt sich mit einem Blick die Gründungsidee dieser Stadt erfassen. Wo Trave und Beste zusammenfließen, sind an der Hude wahrscheinlich die ersten Buden der Kaufleute aufgeschlagen worden. War der Kirchberg einst ein germanisches Quell-Heiligtum, so fragen wir?

Stadtplan gezeichnet von August Schwiecker vom Jahre 1878Die Stadt wurde nicht nach einem vorgefertigten „Bauleitplan” gegründet. Das Spiel des Zufalls gab ihr den Reiz bis heute. Die Stadt schmiegt sich an den Kirchberg, doch der Plan in dem ebenen Gelände zeigt als koloniale Gründung rationale Züge. Wie gleicht der Oldesloer Grundriss dem Lübecker Stadtplan! Man vergleiche nur die Straßenzüge beider Städte, vor allem die Ecke Hagenstraße/Hindenburgstraße (Bandagengeschäft Brötzmann) mit dem Verlauf der Sandstraße/Ecke Königstraße in Lübeck. Die Ostholsteinischen Städte sind nach einer Maßordnung und einem Grundriss-System erbaut worden.

Bis Ende des vorigen Jahrhunderts blieb die Stadt fast unberührt, mit Ausnahme des Bahnhofviertels, der Straßenbebauung zum „Mährischen Berg” und der Schützenstraße. In den 20er Jahren entstanden größere Projekte, die der Volkswitz treffend charakterisierte, wie z. B. der „Paukerpalast” in der Mewesstraße und der „Lange Jammer” am Pölitzer Weg.

Nach dem Flüchtlingsstrom des Hamburger Bombenangriffes im August 1943 wurde auch bei uns der Krieg zum schrecklichen Vater aller Dinge. Die Stadt, welche bisher in den engeren Grenzen um den alten Stadtkern verharrte, weitete sich durch zahlreiche Neubauflächen, und sie wurde ein bevorzugter Standort für die Industrie. Mit dieser Entwicklung begann sie, eine „Offene Stadt” zu werden und die Dörfer des Nahbereiches einzubeziehen.

Oldesloe erlebte in dieser räumlichen Ausdehnung alle kritischen Phasen der Zeit, die vorsichtige Planung der 50er Jahre, als den Menschen noch der Krieg „in den Knochen” lag, die erste Finanzierung mit Landesmitteln aus dem sozialen Wohnungsbau (z. B. Meisenweg), die Planungen in moderner Gestaltung (z. B. am Hohenkamp). Auch von manchen Brutalitäten und Superbauten blieb unsere Stadt nicht verschont.

Das Stadtwappen: Ein Thema mit Variationen

Der Fels in der Oldesloer Trave
Als der liebe Herrgott die Erde mit ihren Bergen und Tälern hatte entstehen lassen, fehlten noch die Bäche und Flüsse der Ebene. Mit dem Auspflügen der Rinnsale wurde der träge Teufel beauftragt. Aber dumm und eingebildet, wie er war, mochte er den Pflug nicht ziehen und spannte daher kurz entschlossen und rücksichtslos seine Schwiegermutter davor, ein störrisches, wildes Weib, dem die schwere Arbeit noch viel weniger passte. Als sie nun das Travebett auszupflügen begannen, tobte die Teufelin widerwillig hin und her, zumal der ungeduldige Satan, dem alles nicht schnell genug ging, unbarmherzig mit einer Riesenpeitsche auf sie einschlug. So bekam das Travebett die teils heute noch vorhandenen vielen Windungen. Schließlich wurde auch das dem Teufel zu bunt. Er ergriff einen von den herumliegenden Findlingen und schleuderte ihn wahrhaftig nach seiner Schwiegermutter. Und das ist der Felsen, der noch heute oberhalb der Badeanstalt unverrückt in der Trave liegt, und den jeder Oldesloer Schwimmer gut kennt.

Der heilige Vicelin
Vicelin ist als „Apostel der Slawen” in die Kirchengeschichte eingegangen. Seine Missionstätigkeit galt vor allem den Wagriern. Sie gehörten zum westslawischen Volksstamm der Abotriten und wohnten zwischen Trave und Schwentine, also auch in einem Teil des heutigen Kreises Stormarn. Die Wagrier und die mit ihnen zum Stammesverband gehörenden Abotriten wehrten sich jedoch gegen die enge Verbindung von Mission und sächsischer Expansionspolitik. Im Slawenaufstand von 1066 entlud sich ihre Wut gegen den mächtigen Staat an ihrer Westgrenze, dem Limes Saxoniae. Östlich dieser Linie Kiel-Oldesloe war das Christentum praktisch ausgerottet worden. Erst 60 Jahre später begann sich das Blatt wieder zu wenden. Als der Bremer Domherr Vicelin im Jahre 1126 nach Nordalbingien gerufen wurde, konnte er die christliche Mission auf eine neue Grundlage stellen und die slawischen Wenden zum christlichen Glauben bekehren. Mit dem „Vorbild des heiligmäßigen Menschen” Vicelin beginne sich „die Welt zu verwandeln”, schrieb Helmold von Bosau, der dort als Priester zur Zeit Vicelin wirkte. In seiner „Slawenchronik” finden wir im wesentlichen das, was wir heute über Vicelin wissen.

Bischof Vicelin - Statue aus Bosau mit dem Modell der dortigen Petri-Kirche erbaut 1151/2Vicelin - dieser Name leitet sich von dem althochdeutschen Wessel (Wetzel, Wizo) ab und bedeutet „der Weise”, für die Person dieses Mannes jedoch wohl im Sinne von „teilhaben an göttlicher Weisheit”, bestand doch sein Lebenswerk darin, an der Ausbreitung des Christentums im Rahmen göttlicher Heilsgeschichte mitzuwirken.

Vicelin wurde um 1090 in Quernheim bei Hameln als Sohn begüterter Eltern geboren, die er jedoch in frühen Kindesjahren verlor. Der begabte Junge wurde zunächst von der Mutter des Grafen von Everstein erzogen und auf die Stiftsschule in Hameln geschickt. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Burgkaplan verließ er Hameln jedoch Hals über Kopf und wechselte zur Domschule von Paderborn. Dort stach er als Musterschüler hervor.

Nach der eigenen Schulausbildung wurde er an die Domschule von Bremen berufen und übernahm auch bald deren Leitung. Auf Wunsch seines Erzbischofs Adalbero begab Vicelin sich zur weiteren Ausbildung nach Paris. Nach Beendigung seines Studiums zog er nach Magdeburg zu Norbert von Xanten, der in diesem Jahr zum Erzbischof eingesetzt worden war. Norbert weihte Vicelin zum Priester, den nun glühender Eifer für das Reich Gottes erfasste, und der einen entsprechenden Wirkungskreis suchte. Der Bremer Erzbischof Adalbero, zu dem Vicelin zurückgekehrt war, betraute ihn mit der Wendenmission. Zunächst schienen die politischen Ereignisse die Aussichten auf eine erfolgreiche Missionierung schwinden zu lassen. Doch bald sollte sich eine neue Gelegenheit bieten:

1127 begab sich Erzbischof Aldabero auf eine Visitationsreise nach Dithmarschen. In Meldorf bat ihn eine Abordnung von Faldera, dem heutigen Neumünster, um einen Priester an der Grenze zum Slawenland. Vicelin wurde sogleich für diese Aufgabe ausersehen.

Bald konnte Vicelin mit seinen Gefährten ein Kloster mit der späteren Bezeichnung Novum Monasterium - Neumünster - gründen. Die Missionserfolge waren jedoch nicht allzu groß. Die erste christliche Siedlung im Slawenland jenseits der Trave entstand wenige Jahre später als Urzelle des heutigen Bad Segeberg. Unter dem Schutz der Burg, die Kaiser Lothar auf Anraten Vicelins errichten ließ, konnte wie in Neumünster ein Augustiner-Chorherrenstift entstehen. Die Slawen waren über diese Entwicklung nicht gerade glücklich, wie Helmold in seiner Chronik berichtet: sie sahen das ganze Gebiet von Plön bis Ratzeburg bedroht. „Und wer trägt die Schuld an alledem?” lässt Helmold in einem Zwiegespräch einen Slawenfürsten fragen, worauf der andere mit Hinweis auf Vicelin sagt: „Siehst du den kleinen Kahlkopf dort beim Kaiser stehen? Der hat dieses ganze Unglück über uns gebracht.”

Erst zwanzig Jahre später wurde eine ungehinderte christliche Missionierung Ostholsteins möglich. 1149 wurde Vicelin Bischof von Oldenburg/Holstein. Die Ernennung zum Bischof war überschattet vom Investiturstreit, sie war ohne Zustimmung der weltlichen Obrigkeit erfolgt.

Diese Umstände erschwerten die Arbeit Vicelins sehr; er erlitt sogar einen leichten Schlaganfall, von dem er sich aber bald erholen konnte. Sechs Jahre lang im Bischofsamt, festigte Vicelin sein Wirken durch die Gründung zahlreicher Klöster und Kirchen, u. a. Oldenburg, Sarau, Plön, Bornhöved, Bosau, Schlamersdorf, Süsel, Lübeck.

Wohl in die Zeit zwischen 1149 und 1154, wahrscheinlich aber vor Mitte 1152, fällt die Weihe der Kirche zu Oldesloe. Propst Sido von Neumünster, ein Schüler Vicelins, bezeugt, dass Bischof Vicelin in eigener Person die Kirche in Oldesloe geweiht und sie unter den Schutz des Heiligen Petrus gestellt habe. Da der Heilige in den beiden letzten Lebensjahren wegen eines erneuten Schlaganfalls nicht mehr in der Lage war zu reisen, muss man als spätestes Weihejahr der Oldesloer Kirche 1152 annehmen.

Nachdem er in jenem Jahr die Kirche in Bosau geweiht hatte, kehrte er nach Neumünster zurück. Dort erlitt er nach einer Woche einen Schlaganfall, dessen Folgen er zwei Jahre zu erdulden hatte: er war rechtsseitig gelähmt und konnte nicht mehr sprechen. Vicelin starb am 12. Dezember 1154.

In der Festschrift zum Neubau der Katholischen Kirche zu Bad Oldesloe 1968 lesen wir:
„Bischof Vicelin ist als Missionar des 12. Jahrhunderts für alle in Bad Oldesloe und Umgebung lebenden Christen der geistige Vater des einen Glaubens. Sein Name sollte Appell sein für die Erhaltung des gemeinsamen Erbes in ökumenischer Verantwortung.”

Oldesloe in der Geldgeschichte

Im Wandel der Zeiten ist Oldesloe nur vereinzelt mit eigenen Geldausgaben hervorgetreten. Die vorhandenen Belege sind jedoch von wesentlichem Interesse, da auch sie Mosaiksteine der Stadtgeschichte bilden und die jeweiligen Zeitabschnitte beleuchten.

Das Mittelalter
Die Ausprägung von Silbermünzen im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts weist auf einen Glanzpunkt der Stadtgeschichte hin. In einer Zeit, die überwiegend von Naturalwirtschaft geprägt wurde, war schon alleine die Ausgabe von Silbermünzen ein hervorragendes Recht, das durch Privileg des Landes- bzw. Münzherren gewährt wurde.

Nach der damaligen politischen Situation lag die Herrschaft im hiesigen Bereich bei der Plöner Linie des Hauses Schauenburg. Die Stadt Lübeck hatte bereits seit langem reichsunmittelbare Privilegien. Es war also naheliegend, dass die in Holstein regierenden Schauenburger Grafen für den wichtigen Handelsweg Hamburg-Lübeck das in ihrem Besitz befindliche Oldesloe bevorzugt ausbauten und mit Rechten wie dem der Münzhoheit ausstatteten. Auch wenn Urkunden darüber fehlen, so sind die Münzen selbst sichere Dokumente dieses Privilegs.

Die für Oldesloe geprägten Münzen sind dünne Silberplättchen in Ein- und Mehrpfennigstücken; größere Geldstücke waren zu damaliger Zeit allgemein nicht üblich. Zur Begleichung größerer Beträge wurden Münzen z. B. in „Pfund-Pfennigen”, d.h. nach Gewicht und Silbergehalte abgerechnet. Ebenso war die „Mark” nur eine Verrechnungseinheit für Silber nach Gewicht.

Die für Oldesloe geschlagenen Münzstufen
Witten = 4 Pfennige
1/4 Witten = 1 Pfennig
Blaffert = 2 Pfennige
Hohlpfennig = 1 Pfennig
1 Witten = 4 PfennigeDer Witten zeigt auf der Vorderseite im Perlenkranz ein gleichschenkliges befußtes Kreuz, in dessen Mitte ein Rund mit Nesselblatt. Die Umschrift lautet MONETA OLDESLO. Auf der Rückseite (Wappenseite) befindet sich im Perlenkranz das Brustbild eines Heiligen, der in der Rechten ein Nesselblatt hält. Die Umschrift dieser Seite lautet CIVITAS HOLTZACIE. Die Münze misst etwa 20 mm im Durchmesser, sie ist ca. 1,3 g schwer.

1/4 Witten = 1 PfennigDer 1/4 Witten weist eine dem Witten ähnliche Zeichnung auf, die Wappenseite ziert lediglich das Nesselblatt.

1 Blaffert = 2 PfennigeDer Blaffert wie auch der Hohlpfennig sind einseitig geprägte Münzen: Das zur Münzprägung verwendete Silberplättchen war so dünn, dass beim Prägeschlag die Rückseite dieser Hohlpfennige das negative Bild der Vorderseite erhielt. Das Münzbild zeigt ein stilisiertes Stadttor mit Mauer und Zinne, beim Blaffert mit gestrahltem breiten Rand, beim Hohlpfennig mit glattem schmaleren Rand.

Hohlpfennig = 1 PfennigDiese Münzen tragen keine Inschrift, sie sind sogenannte „stumme” Münzen. Die Münzen der Witten-Stufe hingegen werden wegen ihrer Inschrift „sprechende” Münzen genannt. Sie sind Urkunden vergleichbar und besagen voller Stolz: Geld Oldesloes, Stadt in Holstein.

Die Datierung der Münzen ist nicht direkt gegeben, jedoch aufgrund der vergleichenden Münzforschung möglich. Die Oldesloer Witten sind Parallelprägungen zu zeitgleichen Münzen des Wendischen Münzvereins. Innerhalb des Städtebundes der Deutschen Hanse hatte die wirtschaftlich stärkste Gruppe der „Wendischen Hanse” für bessere Konvertierbarkeit ab 1379 Währungsvereinbarungen, sogenannte Rezesse, in anfangs zweijährigen Abständen getroffen. Die Auswirkungen der Rezesse führten u. a. zu besonders qualifizierten und gekennzeichneten Münzen. Durch diese Nominierung sind die Oldesloer Münzen datierbar. Die Kriterien ergeben für den 1/4 Witten eine Zeitstellung von 1379; der Witten ist eine Münzprägung aufgrund des Rezesses von 1389.

Die Bewertung der damaligen Kaufkraft bereitet nach rund 600 Jahren naturgemäß Schwierigkeiten. Allgemein waren die Pfennige des 14. Jahrhunderts namhafte Münzen, der Witten die größte Münze seiner Zeit. Der überwiegende Wertausgleich wurde eben noch in Naturalien und Leistungen abgewickelt. Ein Schlaglicht zur Münzsituation ergibt z. B. folgende dokumentierte Entlohung.

Die Vergütung für den Zöllner Hinrich opper Hude, Oldesloe 1340/1346, betrug umgerechnet auf die Woche 10 Pfennige. Hiervon konnte der Zöllner offensichtlich den Geldverkehr für Zollstation, Familie und Gesinde bestreiten.
Das Versiegen der mittelalterlichen Münzen nach relativ kurzer Zeit belegt den schnellen und wechselhaften Verlauf der Wirtschaftsgeschichte.

Die Neuzeit
Ein weiteres Auftreten Oldesloes in der Geldgeschichte ergab sich in der Notzeit der 20er Jahre dieses Jahrhunderts. Hier erfolgten Papiergeldausgaben in zwei Notsituationen:
- Kleingeldersatzscheine gegen Ende des 1.Weltkrieges
- Notgeldscheine in der Zeit der Hochinflation mit täglichem Wertverfall

Kleingeldersatzscheine
Im Verlauf des 1. Weltkrieges wurden die im Umlauf befindlichen Silber- und Kupfermünzen eingeschmolzen und durch Zink- oder Aluminiummünzen ersetzt. Bei Ende des Krieges hatte die Inflation bereits eingesetzt, die Mark war nur halb soviel wert wie zu Kriegsbeginn. Die verbliebenen knappen Zahlungsmittel reichten für den Geldverkehr nicht mehr aus. So erschienen ab 1916 in vielen Orten Deutschlands Notgeldscheine als Kleingeldersatz.

Von der Stadt Bad Oldesloe wurden vier bildlich unterschiedliche Notgeldscheine im Wert von je 50 Pfennigen herausgegeben. Die mehrfarbig bedruckten Scheine zeigen Wappen des Kreises und der Stadt, Inschriften, typische Wahrzeichen und auch Spruchweisheiten. Einer der vor bildlich unterschiedlichen Notgeldscheine im Wert von 50 Pfennigen der Stadt Bad OldesloeUnter anderem sind abgebildet der Markt mit dem Rathaus, der Hinweis auf das Sol-, Moor- und Schwefel-Bad mit der Kur-Badewanne, der Salzteich im Kurpark, der alte Justizrat Lorentzen vor der Stadtsilhouette sowie eine bildliche Darstellung zum bekannten Spruch „Dat geiht üm, as in Olslo dat Backen. wer keen Mehl het, denn geiht vörbi.”

Die Scheine sind unterschrieben vom Bürgermeister, vom Beigeordneten sowie vom Vorsteher der Stadtverordneten und seinem Stellvertreter. Die Ausgabe von solchem Notgeld wurde durch Reichsgesetz vom Juli 1922 verboten.

Notgeldscheine der Hochinflation
Im Jahre 1923 hatte die fortschreitende Inflation ein derartiges Ausmaß angenommen, dass die Ausgaben der Reichsdruckereien den Anforderungen nicht mehr gerecht werden konnten. Die Beschaffung der nötigen Geldmittel, besonders für Lohnzahlungen, musste auf regionaler Ebene geregelt werden. Dabei waren örtliche Ausgaben zunächst nicht vorgesehen, höchstens solche auf Kreisebene mit entsprechender übergreifender Gültigkeit.

Die galoppierende Inflation war schneller, so dass für Oldesloe insgesamt sieben Notgeldscheine herausgegeben wurden.

Am 20. August 1923 erschienen drei einseitig bedruckte Gutscheine der Wertstufen 500.000, 1.000.000 und 5.000.000 Mark.Einseitig bedruckter Gutschein vom 20. Aug. 1923 mit einem Wert von 50 Millarden Mark Zwei Monate später war die Entwertung soweit fortgeschritten, dass der 500.000-Mark-Schein durch Handstempelaufdruck, Dienstsiegel und eigenhändige Unterschrift des kommissarischen Bürgermeisters um das zehntausendfache erhöht wurde auf fünf Milliarden. Ferner wurden mit dem 30. Oktober 1923 Notgeldscheine der Wertstufen 10, 20 und 50 Milliarden herausgegeben. Auch diese Gutscheine sind einseitig bedruckt, aber im Gegensatz zur vorherigen Ausgabe farbiger und kleiner im Format.

Die Auswirkungen der Inflation sind vielfach beschrieben worden. Jahrzehntelange Ersparnisse zerrannen in nichts, Geld- und Hypothekenabfindungen waren nahezu wertlos, die Oldesloer Städtische Sparkasse hatte ihr gesamtes Eigenkapital von einer Million Goldmark verloren. Die ausgezahlten Löhne mussten innerhalb kürzester Zeit zum Einkauf verwendet werden, um z. B. wenigstens noch ein Brot zu erwerben; der Preis eines Roggenbrotes im November 1923 betrug über 470 Milliarden Mark. Die beim Verkauf von Waren erzielten Erlöse verfielen binnen kürzester Zeit.

Dies zeigt eines der vielen Beispiele aus dem Stadtarchiv:
„Ein hiesiger Fuhrwerksbesitzer verkaufte sein sehr gutes Pferd mit dem Wagen für den nach damaligen Verhältnissen angemessenen Preis von 4.000 Mark. Einige Zeit später wurde ihm ein Sprössling geboren. Für den Kinderwagen musste er 4.000 Mark, also denselben Preis zahlen, den er wenige Wochen vorher für Pferd und Fuhrwerk erlöst hatte.”

Diese Gutscheine verloren gemäß Bekanntmachung im Kreisblatt Stormarn bereits 1923 wieder ihre Gültigkeit: zum 15. November 1923 wurde der Inflation reichseinheitlich ein Ende gesetzt. Die Umtauschquote betrug eine Billion Papiermark gegen eine Mark der neuen Währung in Rentenmark.

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