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Willkommen liebe Bürgerinnen und Bürger!

Die Stadt Bad Oldesloe ist eine Stadt mit Herz, in der man schnell Anschluss findet. Neben einer abwechslungsreichen Naturlandschaft sind es vor allem die Kultur, Bildung sowie die vielen Freizeitangebote, die wenige Wünsche übrig lassen. Zahlreiche Vereine bringen die Einwohner in Kontakt und sorgen das ganze Jahr über für Leben in der Stadt. Insbesondere zeichnet sich die Stadt durch ein starkes ehrenamtliches Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger aus. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Stadtlebens und machen die Stadt lebendig und lebenswert.

Station 10: Das Brenner Moor als Teil der Wolkenweher Niederung

Der alte Grenzgraben zwischen Naturschutzgebiet und landwirtschaftlich genutzter Niederung »hatte es früher schwer«, denn von der linken Seite (Brenner Moor) sollte er möglichst kein Wasser wegführen, von der rechten (Wolkenweher Niederung) aber möglichst viel. Zu dieser Zeit wurde das Wasser außerdem durch die Pumpen im Häuschen an der Grünen Brücke aus der Niederung in die Trave gepumpt. Seit 2012 ist die Pumpe abgestellt und die Niederung der Trave als Überschwemmungsfläche wieder zugänglich gemacht.

Wer profitiert von der Renaturierung der Wolkenweher Niederung?

Seit nicht mehr gepumpt wird, bilden sich langandauernde Wasserflächen. Vom Wanderweg aus lassen sich verschiedene Enten- und Limikolenarten beobachten. Die Vegetation ist einerseits vielfältiger geworden, wie man an der Zunahme von Nässezeigern sieht, aber auch einseitiger, wenn man den Rückgang früher dominanter Wiesenarten wie der Sumpfdotterblume oder der Bekassine als Brutvogel betrachtet. Deutlich zugenommen haben die Quellbiotope. An den großen Horsten der Rispensegge kann man erkennen, dass die Niederung wieder ein Ort der »wachsenden Quellen« geworden ist.

Fragen zum Weiterforschen:

  1. Warum war früher Wildnis so wenig wertgeschätzt?
  2. Was bedeutet Unordnung für die Natur?
  3. Welche Bedeutung hat die Renaturierung der Wolkenweher Niederung für den Klimaschutz?
  4. Was muss sich in den Köpfen der Menschen ändern, damit Renaturierungen besser akzeptiert werden?

Antworten:

Wildnis ist erst in den letzten Jahren als Ziel im Naturschutz entdeckt worden. In früheren Berichten findet man gerade für die Trave und ihre Nebenflüsse die Ansicht, dass Wildnis etwas Bedrohliches und Gefährliches ist, das man zähmen muss. Die Trave und ihre Wassermassen werden als Feind erlebt. Feuchtwälder und dichte Weidengebüsche sind vielfach undurchdringlich und damit fremd.
Außerdem ist Wildnis etwas Unordentliches, das sich der menschlichen Nutzung entzieht und Angst macht.

Was auf uns unordentlich wirkt, kann für die dort lebenden Pflanzen und Tiere bedeuten, dass ihr Lebensraum sich ungestört entwickeln kann und seine eigene Dynamik entfalten darf.

Die Wiedervernässung der Wolkenweher Niederung ist auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes zu sehen. Moore sind natürliche Kohlendioxidspeicher (Kohlendioxidsenken). Durch die Wiedervernässung wird verhindert, dass weiteres Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt und den Treibhauseffekt verstärkt. Es wird sogar Kohlendioxid gebunden und im Torf gespeichert.

Jeder hat ein Bild von der Natur im Kopf. Bei vielen in Schleswig-Holstein ist dies ein Bild von blühenden Rapsfeldern und Grünland mit schwarzbunten Kühen. Kaum einer denkt dabei an die Mengen von Pestiziden und Dünger, die für diese Flächen notwendig sind, damit sie entsprechende Erträge erzielen.

Flächen mit braunen Moorböden, die uneben sind und teilweise überflutet werden, empfinden viele als unschön oder unnatürlich. Erst wenn sich zum Beispiel eine artenreiche Vogelwelt einstellt, wie in der Wolkenweher Niederung, ändert sich diese Einstellung. Der persönliche Kontakt mit der Wildnis führt zu diesem Sinneswandel.

Aber es gibt noch andere Wege: Die Erfahrung, dass die renaturierten Flächen die Stadt Bad Oldesloe vor Überschwemmung bewahren, zeigte sich relativ schnell nach dem Abschalten der Pumpen bei einem Starkregenereignis. Das Wasser floss in die Niederung und nicht in die Häuser der Anwohner.


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