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Hallo liebe Oldesloer*innen, hallo liebe Gäste unserer schönen Stadt!

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#24 Heiligen-Geist-Quartier

 

Badeperle

Wenn Ortsneulinge von Oldesloes Schönheit schwärmen, kann man nahezu sicher sein, dass sie einen ganz bestimmten Bereich der Stadt kennengelernt haben: das Heiligen-Geist-Quartier (unter Einheimischen: Heiligen-Geist-Viertel). Auf den Pflastersteinen dieser kleinen Gassen mit ihren liebevoll sanierten Fachwerkhäuschen und Kleinstgärten wird das Mittelalter mit ein wenig Fantasie wieder lebendig. Namensgeber war das einst hier ansässige Heiligen-Geist-Stift, das armen Reisenden als Herberge diente, auch eine Kapelle und ein Hospital gehörten dazu. Kundschaft gab es durch die angrenzende Trave und die Hude als Warenumschlagplatz reichlich. Auch die Badestuben der früheren »Stavengasse« (»Stave« = Stube) waren gut besucht. Allerdings weniger zum Zwecke der Hygiene, und sicherlich auch weniger im Sinne des Heiligen Geistes.. Kapelle und Spital mussten Mitte des 16. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen werden, die Herberge und den Großteil der weiteren Gebäude zerstörte der Stadtbrand von 1798, doch das Leben zog wieder ein. Die ältesten noch erhaltenen Bauteile werden auf das frühe 17. Jahrhundert datiert. Die Nähe zu Beste und Trave erwies sich nicht immer als Segen; alljährlich stieg das Hochwasser bis an die Fenster. Das änderte sich erst Ende des letzten Jahrhunderts mit dem Bau des Berliner Rings und der damit einhergehenden Umleitung der Trave. Schon lange vorher war der Flair des Viertels nach und nach diversen Baumaßnahmen zum Opfer gefallen; noch vor einem halben Jahrhundert galt das Heiligen-Geist-Quartier unter Einheimischen und Touristen als eher zu vernachlässigender Bereich. Erst Ende der 1970er begann man mit umfangreichen Sanierungsarbeiten im Sinne der »erhaltenden Erneuerung«, den Charme der frühen Zeiten zurückzuholen. Und das ist wunderbar gelungen. Der älteste Teil der Altstadtinsel ist heute ein wahres Schmuckstück.
(Text: Tanja Hiller)