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#34 Heimatmuseum

Von Rentierjägern in Stormarn bis zur Neuzeit

Dem Heimatforscher Wolfgang Sonder (1893-1955) hat die Stadt viel zu verdanken. Er führte ab 1934 die Löwen-Apotheke in der Hindenburgstraße und war sehr mit seiner Heimat verbunden, deren Erforschung und Erkundung er viel Zeit widmete. Es war seine Sammlung von archäologischen Artefakten, welche das Heimatmuseum Bad Oldesloe begründete. Natürlich kam in den Jahrzehnten nach ihm noch vieles hinzu, aber der allergrößte Teil der Ausstellungsstücke geht auf ihn zurück.
Seine Sammlung durchlief einige Stationen in Oldesloe, bis sie schließlich in der Königstraße 32 eine dauerhafte Bleibe erhielt.
Das erste Heimatmuseum befand sich bis 1942 im Blauen Haus an der Hude. Nach dem Krieg zog man dort aus. Die Sammlung wurde an verschiedenen Orten eingelagert und erst 1969 im Bürgerhaus in der Mühlenstraße wieder zusammengeführt.
Das 1839 von Wilhelm Friedrich Meyer als (Alte) Stadtschule gebaute spätklassizistische Gebäude in der Königstraße wurde 1975 bis 1977 restauriert und zur Nutzung als Stadtbibliothek und Heimatmuseum umgebaut. Museumsleiter in der Königstraße von 1977-2010 war Dr. Klaus-Christoph Baumgarten (1928-2013), der das Museum mit viel Herzblut und Enthusiasmus führte. Sein Wissen und sein Wille, dieses Wissen weiterzugeben, waren legendär.
Seine Mission übernahm dann nach und nach Petra-Maria Schark, als sie ca. 2005 im Rahmen von Recherchen für geplante historische Stadtführungen Kontakt mit Dr. Baumgarten aufnahm. Damals entstand die Idee zu "bebilderten" Stadtführungen, bei denen BadOmaT den gesprochenen Stadtführungen durch Spielszenen in historischer Bekleidung eine neue Dimension hinzufügte. Petra-Maria Schark ist seitdem ehrenamtlich im Heimatmuseum tätig.
2007/08 durchlebte man dort schwere Monate, denn die Stadt als Betreiber und Zahler hinter den Kulissen plante, die Bildungseinrichtung zu schließen. Durch Gründung eines Fördervereines und Motivation vieler OldesloerInnen gelang es jedoch, das Museum zu halten. In dieser Zeit stieß auch Ehemann Diethelm Schark zum Team, so dass sich das Heimatmuseum fortan zu einem Familienprojekt entwickelte. Ein wirklicher Durchbruch war erreicht, als 2009 eine Förderung von 90.000 € von der Jürgen Wessel Stiftung geworben werden konnte. Das Geld hat dem 600qm großen Museum viele neue Anschaffungen und ein modernes museumspädagogisches Gesamtkonzept ermöglicht.
Die Museumspädagogik ist es auch, die dem Museumsteam sehr am Herzen liegt. In wenigen Museen werden die Besucher derart motiviert, etwas anzufassen, zu erforschen oder auszuprobieren. Unter Anleitung kann man sein eigenes Steinwerkzeug herstellen oder sich von Ritter Kuni und seinem Knappen Bert durch das Mittelalter führen lassen.
Bis zu 30 Schulkassen besuchen das Museum pro Jahr und können darüber hinaus eine echte Sensation erfahren. Der Prähistoriker Alfred Rust (1900-1983) konnte 1934-35 anhand von Knochen- und Geweihfunden belegen, dass schon in der jüngeren Altsteinzeit (12.500-10.000 v.Chr.) Rentierjäger in den bis dahin unbesiedelt geglaubten Gebieten nördlich der Elbe ansässig waren.
Petra und Diethelm Schark, sowie Andreas Ahne, der vor einigen Jahren hinzukam, bilden den Kern des Museums und dessen wissenschaftlicher und pädagogischer Arbeit.
Das Heimatmuseum Bad Oldesloe kann kostenlos während der Öffnungszeiten und nach Absprache besucht werden. Öffnungszeiten : Freitag 14.00 bis 16.00 Uhr ; Sonnabend 10.00 bis 12.00 Uhr
(Text : Günter Knubbe)