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Hallo liebe Oldesloer*innen, hallo liebe Gäste unserer schönen Stadt!

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#41 Blaues Haus

Ach, könnt es doch erzählen

Zur Blütezeit der Hanse war Bad Oldesloe mit seinem Binnenhafen ein wichtiger Umschlagplatz auf dem Welthandelsweg zwischen Ost- und Nordsee. Die Waren wurden mit Treidelkähnen auf der Trave nach Oldesloe gebracht und auf der Hude umgeladen. Dort, wo Beste und Trave zusammenfließen, steht noch heute das Blaue Haus (eigentlich „Lüb’sches Haus“), das gegen 1500 erbaut und als Speicher genutzt wurde. Es ist allerdings die Nummer 2, denn das Vorgängergebäude von 1347 war - wie auch die Kirche - dem großen Stadtbrand von 1415 zum Opfer gefallen. Das zweite Lüb’sche Haus überstand jedoch sogar das verheerende Feuer vom 22. Mai 1798, das innerhalb weniger Stunden zwei Drittel aller Häuser der Stadt einäscherte. In seinen 500 Jahren hat das Blaue Haus, das diesen Spitznamen trägt, seit es 1832 mit den charakteristischen blauen Schindeln gedeckt wurde, einiges erlebt. Anfang des 19. Jahrhunderts diente es als Strafgefängnis, ab 1887 als Feuerwehrgerätehaus. Im Dritten Reich wichen die Löschfahrzeuge auf verschiedene Standorte außerhalb des Stadtkerns aus, um bei eventuellen Bombenangriffen nicht dort einkesselt zu werden. In dieser Zeit nutzte die Gestapo das Blaue Haus als Foltergefängnis. Nach dem Krieg kehrte die Feuerwehr an ihren Ursprungsort zurück, doch wurde es dort für die neuen Gerätschaften und Fahrzeuge schnell zu eng. Nach dem Auszug der Feuerwehr 1973 wurde der ursprüngliche Backsteinbau restauriert. Heute findet man im Blauen Haus neben Wohnräumen die moderne Cafè-Lounge Mocca sowie ein Kleinod, die Traditionsbuchhandlung Willfang.
(Text: Tanja Hiller)