Seiteninhalt

Willkommen liebe Gäste!

Ganz gleich, ob Sie als Tagesgast, als Urlauber, zum Arbeiten oder einfach nur zum Einkaufen oder für andere Aktivitäten in unsere Stadt kommen, verweilen Sie gerne ein wenig länger. In der Innenstadt finden Sie neben historischen Gebäuden attraktive Geschäfte sowie einladende Cafés und Restaurants. Das  vielfältige  kulturelle Angebot und  zahlreiche engagierte Bürger machen Lust auf einen Aufenthalt in Bad Oldesloe. Die  grüne Hügellandschaft mit  Wander- und Wasserwegen sowie das Naturschutzgebiet „Brenner Moor“ laden zum aktiven Erkunden ein.

#12 Kneeden

Jenseits von Kneeden*

Für Autofahrer ist der Kneeden derjenige Abschnitt der Bundesstraße 75 zwischen Oldesloe und Reinfeld, der in der Dämmerung die höchste Konzentration erfordert. Für Statistiker ist es mit einer Fläche von 74,82 Hektar das größte Waldstück der Stadt. Sportler finden im hügeligen Gelände eine verkehrsfreie, sauerstoffreiche Laufstrecke inklusive Trimm-Dich-Pfad und Entschleunigungsfans ein stilles, grünes Paradies am Stadtrand. Der Waldkindergarten hat hier sein zweites Zuhause und, so munkelt man, ein weißer Hirsch ebenfalls. Ein Teil des Waldes ist als Naturwaldfläche ausgewiesen, also ohne forstliche Nutzung, um dem natürlichen Entwicklungsprozess seinen freien Lauf zu lassen. Der älteste Baum, eine Eiche, brachte es in seinen 180 Jahren zu einer Höhe von 32 Metern. Eichen sind die am zweithäufigsten vertretene Baumart im Wald, davor liegt nur noch die (Hain-)Buche. Zahlreiche Tiere finden hier Nahrung und Unterschlupf, darüber hinaus bieten diverse Vogel-, Fledermaus- und Hornissenkästen Schutz. Fische ziehen durch die Schoraats- und die Wurtbek und südlich vom Kneeden in die Trave, oder stoppen - unfreiwillig - auf Höhe des Kneeden Quell, einer Traditionsfischerei. Zu erreichen ist der Wald für Fußgänger am besten über den Travewanderweg, zugleich auch Teilstück des baltisch-westfälischen Jakobsweges »Via Baltica«, der sich auf einer Länge von über 700 Kilometern von Estland bis nach Westfalen erpilgern lässt, sowie des 180 Kilometer langen Stomarnweges. Aufgrund einer frühgeschichtlichen Grabhügel- und Fernwegtrasse, die durch den Forst führte, sind der Kneeden und seine Umgebung immer wieder ein spannendes Terrain für Hobbyarchäologen. Namensgeber ist höchstwahrscheinlich ein Zufluss der Trave, der einst, ebenso wie ein bereits im 13. Jahrhundert wieder aufgegebenes Dorf, den Namen Knegena (Knegyna = weibliche Form von Kneze, der Fürst) trug. Belege hierfür fand man in der Gründungsurkunde des heute nicht mehr existierenden Reinfelder Zisterzienserklosters von 1189. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts gehört der Kneeden und die Verantwortung für dessen Bewirtschaftung der Stadt Oldesloe. Neben der reinen Holz- und Forstwirtschaft war einst die Eichelmast im Waldgebiet Standard. Zu diesem Zweck trieb man im Herbst die Hausschweine der Gegend in die Buchen- und Eichen-Areale, damit sie sich an den Baumfrüchten des Mischwaldes satt fressen. Doch der Waldbestand nahm durch die intensive Abholzung des Bau- und Heizmaterials immer mehr ab. Ende des 19. Jahrhunderts waren von den weiten Waldflächen Stormarns nur noch knapp zehn Prozent übrig. Gezielte Aufforstungsprojekte stoppten diesen Abwärtstrend.
*die Autorin wünscht, ihr wäre diese Überschrift selber eingefallen. Danke an Michaela Wendland, in deren Blog sie ihn fand und nutzen durfte.
(Text: Tanja Hiller)