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Politik und Verwaltung

Die Stadtverordnetenversammlung und die Stadtverwaltung sind für vielfältige Bereiche zuständig, die das tägliche Leben der Bürger*innen betreffen. Das Ziel ist, gemeinsam Bad Oldesloe zukunftsfähig zu entwickeln und die Lebensqualität weiterhin zu stärken.

21. Dezember 2020 • PM 2020

Grußwort zu Weihnachten und zum Jahreswechsel 2020/2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
es gibt gute Zeiten und es gibt weniger gute Zeiten. Wir sind uns sicher einig darüber, dass das zu Ende gehende Jahr als eines in die Geschichtsbücher eingehen wird, das die meisten von uns sicher gern vergessen würden.

Normalerweise blicken wir an dieser Stelle auf Erlebnisse mit Mitmenschen zurück, die das Jahr geprägt haben. Wir denken an Ereignisse, die wir in positiver Erinnerung haben und mit denen wir das Jahr verbinden.

Es tat schon weh, viele Veranstaltungen, die vorbereitet waren, absagen zu müssen.

Zur Gedenkfeier am 24. April zum 75. Jahrestag der Bombardierung von Bad Oldesloe wollten Schüler der TMS einen Beitrag leisten, das stationäre Hospiz musste seinen Beginn ohne geplante Einweihungsfeier beginnen, der Verein Oldesloe macht Theater hatte für die Aufführungen im Mai schon die Eintrittskarten verkauft, das Kindermusical der Musikschule war für Juni vorgesehen, nicht
zu vergessen die Absage für das beliebte Kindervogelschießen, um nur einige Beispiele zu nennen. Praktisch alle Jahreshauptversammlungen von Vereinen konnten nicht stattfinden oder wurden digital abgehalten. Auch die Weihnachtsfeier für die Senioren, das traditionelle Einsingen in die Weihnacht am 23.12. oder unser Neujahrsempfang fallen Corona zum Opfer.

Dem Engagement vieler gelang es dann aber trotz der widrigen Umstände noch, eine Skulptur am Bahnhofsvorplatz anlässlich der 75. Jahrestages des Todesmarsches durch Bad Oldesloe in kleinerer Form als geplant einzuweihen, unter Mitwirkung von Schülern und Konfirmanden einen Stolperstein auf dem Kirchberg zu verlegen, dem Feuerwehrmann und Ehrenbürger Herrn Otto Oellrich an seinem 100. Geburtstag zu gedenken und nicht zuletzt unserem Ehrenbürger Herrn Walter Busch eine würdige Trauerfeier zu ermöglichen.

Das Jahr begann so, wie es nun auch enden wird – mit der Schließung fast aller Geschäfte, Einrichtungen und gastronomischer sowie kultureller Anlaufpunkte.

Im Frühjahr war bei vielen Bürgern eine große Unsicherheit zu spüren, teilweise bahnte sich sogar Angst den Weg.

Gleichzeitig merkten wir, dass es viele Mitmenschen in Bad Oldesloe gibt, die durchaus auf Hilfe angewiesen sind. Wie schön war es hier, zu erleben, dass die Bürger zusammenrückten – nicht physisch aber menschlich.

Viele Initiativen gründeten sich um den Nachbarn, den Senioren, denen, die sich nicht immer selbst helfen können, mit praktischer Hilfe oder persönlicher Ansprache das Leben zu erleichtern.

Beispielhaft wollen wir hier die Initiative „Bad Oldesloe hilft sich“ nennen, die für ihr Engagement auch vor kurzem ausgezeichnet wurde.

Zahlreich waren auch die Rückmeldungen der Senioren Bad Oldesloes, für die wir in der Verwaltung eine Hotline geschaltet hatten, um Hilfsanfragen entgegenzunehmen und Hilfe vermitteln zu können.

Dieser Rücklauf zeigte uns auch, wie viele Menschen nach wie vor nicht über das Internet vernetzt sind, sondern die ganz analoge Ansprache benötigen.

Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Menschen, die bereit waren, uneigennützig zu helfen und dies nach wie vor tun.

Wir möchten an dieser Stelle aber auch all diejenigen erwähnen, die in diesem Jahr an die Grenze ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gerieten.

Unternehmer, Solo-Selbstständige, Menschen in Kurzarbeit. Sie alle wurden durch die von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmen hart getroffen. Und obwohl es in vielen Fällen finanzielle Ausgleiche gab, bleibt eine Lücke bei vielen, die dazu führt, dass einige Menschen kaum noch wissen, wie sie ihre Miete zahlen sollen, obwohl sie bis zum Jahresbeginn einem Beruf nachgehen konnten, der sie ernährte und ausfüllte. Umso schöner war es zu sehen, dass die Oldesloerinnen und Oldesloer jede Gelegenheit nutzten, die lokale Wirtschaft dort zu stützen, wo es ging. Denken wir an den einzigen verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr zurück, der dem Einzelhandel durchaus geholfen hat, wenngleich er das Jahr wirtschaftlich nicht retten konnte.

Nutzen Sie die Möglichkeit, sobald sie wieder besteht, die Oldesloer Wirtschaft in jeder Hinsicht zu stützen. Meiden Sie den Internethandel und sorgen Sie dafür, dass unsere Innenstadt das lebendige Zentrum unserer Kommune bleibt, die sie immer war.

Ebenso hart traf es in diesem Jahr die Eltern, deren Kinder weder den Kindergarten, noch die Schule besuchen konnten. Nicht weil sie sich plötzlich den gesamten Tag um ihre Kinder kümmern mussten sondern weil nicht jeder Arbeitgeber in der Lage war, ihnen hierfür die Zeit einzuräumen.

Auch hier fanden die Oldesloerinnen und Oldesloer Lösungen. Man tat sich zusammen, wechselte sich in der Betreuung ab und sorgte schlussendlich dafür, dass kein Kind unbetreut blieb.

Schulen und Kindergärten versuchen so gut es geht in dieser Situation ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag zu erfüllen. Digitalisierung spielte dabei eine große Rolle. Auch Politik und Verwaltung mussten neue Wege finden, um bei einzuhaltenden Hygieneregeln ihre Aufgaben erfüllen zu können. Das geschah zunehmend auch digital.

Gern würden wir an dieser Stelle Optimismus verbreiten aber realistisch betrachtet wird uns die Pandemie auch im kommenden Jahr begleiten.

Am 4. Januar wird das Impfzentrum in Bad Oldesloe seine Arbeit aufnehmen und so im Laufe der nächsten 12 Monate dafür sorgen, dass viele Menschen hoffentlich vor Ansteckung geschützt werden können.

An dieser Stelle danken wir allen Menschen, die in Pflegediensten, Arztpraxen, Seniorenheimen, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und vielen anderen Institutionen des Gesundheitsdienstes tapfer durchhalten.

Obwohl manche von ihnen selbst zu Risikogruppen gehören, lassen sie ihre Schutzbefohlenen nicht im Stich. Sie sorgen dafür, dass gerade diejenigen, die am meisten Zuwendung benötigen, auch weiter auf Ansprache vertrauen können.

Beeindruckt sind wir auch von der nach wie vor großen Disziplin unserer Bürger, die die teilweise strengen und nicht immer voll umfänglich nachvollziehbaren Regeln stets beachtet und so dafür gesorgt haben, dass die Infektionsrate bei uns lange Zeit auf einem niedrigen Niveau geblieben ist.

Dennoch wollen wir an dieser Stelle daran erinnern, dass es keinen Grund gibt, nachzulassen. Zu Weihnachten müssen wir auf die Feier im großen Kreis der Familie verzichten und schützen damit diejenigen, die des Schutzes bedürfen.

Silvester wird in diesem Jahr weniger das fröhliche Einläuten des neuen Jahres, sondern eher die Stunde der Besinnung und Einkehr.

Mögen die Älteren unter uns vielleicht denken: „Ich habe schon so viele Silvesterfeiern erlebt – da kommt es auf eine nicht an“, ist es doch für unsere jüngeren Mitbürger ungleich härter.

Fiel bei vielen in diesem Jahr bereits die Schulabschlussfeier oder die Freisprechung aus, mussten die meisten auf ihre Geburtstagsfeier mit Freunden verzichten, ist nun ein weiteres potentielles Fest abgesagt.

Umso mehr danken wir unseren jüngeren Mitbürgern dafür, dass sie bereit sind, diese Einschränkungen in dem Bewusstsein hinzunehmen, damit die potentiellen Verbreitungsherde einzudämmen.

Sicher wird im Laufe des kommenden Jahres wieder einiges, wenn vielleicht auch nicht alles, möglich sein.

Seien wir also gemeinsam geduldig und halten diesen Winter aus. Nutzen wir die Zeit, um vielleicht einmal Dinge zu tun, die sonst zu häufig auf der Strecke bleiben. Zeit für die Kinder, Zeit für Gespräche, ein gutes Buch oder einen Spaziergang in der wunderbaren Natur rund um Bad Oldesloe.

Schenken wir denen ein Lächeln, die wie selbstverständlich immer für uns da sind – der Verkäuferin im Supermarkt, dem Zeitungsboten, dem Polizisten, dem Tankwart, dem Winterdienst, der Apothekerin, dem Feuerwehrmann und allen anderen, auf die wir uns stets verlassen können.

Corona wird uns noch lange nicht loslassen. Hoffen wir, dass durch diesen erneuten harten Lockdown sowie durch die jetzt möglich gewordenen Impfungen zumindest wieder eine Lockerung möglich wird.

Verantwortliche müssen Entscheidungen treffen in einer Situation, die bisher nie erprobt wurde. Bei aller vielleicht berechtigten Kritik und geäußertem Unverständnis sollte sich aber jeder fragen, ob er solche Entscheidungen hätte treffen können oder wollen und für die Folgen dann auch verantwortlich sein mag. Der Weg ins nächste Jahr verlangt nicht nur Vorgaben durch die Politik sondern von uns allen auch ein hohes Maß an Selbstverantwortung.

Viele von Ihnen trugen dazu bei, dass unsere Gesellschaft auch im Jahr 2020 funktionierte, dass es uns überwiegend gut geht und wir trotz allem positiv ins neue Jahr blicken. Dafür sagen wir ganz herzlich danke schön.

Bis wir uns wiedersehen, wünschen wir Ihnen allen zunächst ein besinnliches Weihnachtsfest und ein hoffentlich gesundes und glückliches neues Jahr.

Mit den besten Wünschen

Hildegard Pontow
Bürgerworthalterin

Jörg Lembke
Bürgermeister

Bad Oldesloe, im Dezember 2020

Videobotschaft: Weihnachtsgrüße an die Gemeindefeuerwehr der Stadt Bad Oldesloe