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Politik und Verwaltung

Die Stadtverordnetenversammlung und die Stadtverwaltung sind für vielfältige Bereiche zuständig, die das tägliche Leben der Bürger*innen betreffen. Das Ziel ist, gemeinsam Bad Oldesloe zukunftsfähig zu entwickeln und die Lebensqualität weiterhin zu stärken.

22. Januar 2020 • 24/2020

Geht's Dir gut oder hast Du Kinder in der Schule? Autorengespräch mit ELTERNfamily-Redakteurin Anke Willers

Viele Eltern kennen das: Gute Noten in der Schule erfordern Hilfe zu Hause. Und Hilfslehrer sind allzu oft die Eltern. Anke Willers, Journalistin und leitende Redakteurin der Zeitschrift „Eltern Family“, ist berufstätige Mutter von zwei Teenager-Töchtern, die nie schulische Selbstläufer waren. Am Samstag, 1. Februar 2020, um 16.30 Uhr berichtet sie im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe von ihren Erfahrungen mit dem Schulalltag und davon, wie Eltern sich ein Stück Gelassenheit zurückholen – humorvoll und ehrlich.

„Ich sage immer: Ich bin dreimal eingeschult worden – einmal selbst als Kind, und dann bin ich noch zweimal mit meinen Töchtern zur Schule gegangen. Und das war wahnsinnig anstrengend.“ Die erste Irritation kam für Anke Willers schon, als ihre Töchter noch im Kindergarten waren: Dort unterhielten sich Mütter beim Schultütenbasteln darüber, ob man das Kind noch auf die normale Grundschule um die Ecke schicken könne – oder ob zur optimalen Förderung nicht was Besseres nötig sei: eine private Alternativschule oder wenigstens eine öffentliche Schule mit einem besonders guten Ruf, auf der man aber nur einen Platz bekam, wenn man seinen Wohnsitz pro forma in den entsprechenden Stadtteil ummeldete. Damals bekam sie eine Ahnung davon, was es bedeutet, Kinder in der Schule zu haben, selbst wenn man versucht, es weniger überambitioniert anzugehen.

Heute fühlen sich Eltern zunehmend verantwortlich für den Bildungserfolg ihrer Kinder. Und sie werden auch mehr dafür verantwortlich gemacht. Stillschweigend wird davon ausgegangen, dass zu Hause jemand – in den meisten Fällen die Mutter – hilft: bei Hausaufgaben, Referaten, Prüfungsvorbereitungen. „Kinder, die keine Coaches zu Hause haben, fallen oft hinten runter“, so Willers. Stimmen die Noten, dann haben sie alles richtig gemacht. Wenn nicht, kommen häufig die Selbstzweifel, Ratlosigkeit, ständiger Druck und gestörter Familienfrieden. „Bei uns haben die Noten und vor allem das gemeinsame Lernen zu viel Frust und Streit geführt.“

Was kann man dagegen tun? Entspannt bleiben, auch wenn’s schwer fällt und viel Kraft kostet. Anke Willers plädiert dafür, sich zunächst einmal vor Augen zu führen, dass fast alle Eltern von der Spirale des Schulwahnsinns betroffen sind, und sich nicht auch noch gegenseitig verrückt zu machen. Ein offener Austausch helfe Eltern, den eigenen Mittelweg zwischen Helfen und Machenlassen zu finden. Ihre eigenen Töchter haben inzwischen einen Abschluss: Die Große hat auf Umwegen über Realschule und Fachabi ihr Abitur gemacht, die Kleine mittlere Reife.

Tickets sind online, in der Stadtinfo im KuB sowie vor der Veranstaltung vor Ort erhältlich.

Termin: Samstag, 1. Februar 2020, 16.30 Uhr
Ort: KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe, Beer-Yaacov-Weg 1, 23843 Bad Oldesloe
Ticketbestellung: 04531 504-199 oder www.kub-badoldesloe.de
Preise: 8,50 €/6,50 € (ermäßigt)