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Politik und Verwaltung

Die Stadtverordnetenversammlung und die Stadtverwaltung sind für vielfältige Bereiche zuständig, die das tägliche Leben der Bürger*innen betreffen. Das Ziel ist, gemeinsam Bad Oldesloe zukunftsfähig zu entwickeln und die Lebensqualität weiterhin zu stärken.

18. August 2020 • 127/2020

Oper als Experiment: Die „Virtuelle Zauberflöte“

Eigentlich hätte Mozarts „Zauberflöte“ im Juni live im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe Premiere feiern sollen. Nach dem coronabedingten Ausfall entschlossen sich die Beteiligten, eine gekürzte Online-Fassung der Mozart-Oper zu erarbeiten – sozusagen eine „virtuelle Zauberflöte“. Ab dem 17. August 2020 ist sie auf dem auf dem YouTube-Kanal der MHL zu sehen.

„Sängerinnen und Sänger sind ja in besonderem Maße von den Corona-Einschränkungen betroffen und ich bedaure sehr, dass wir in Bad Oldesloe auf die zweite Musiktheaterproduktion der Musikhochschule Lübeck in diesem Jahr leider verzichten müssen“, sagt Inken Kautter, Leiterin des Sachbereichs Kultur bei der Stadt Bad Oldesloe. Umso bewundernswerter finde sie den Mut, mit diesem Filmprojekt eine corona-gerechte Form zu entwickeln, die den Zuschauern obendrein die Isolation in Pandemie-Zeiten in besonderer Art und Weise vor Augen führe. Denn ihre Partien haben die 23 jungen Gesangssolisten der MHL unter Projektleitung von Prof. Robert Roche und der musikalischen Leitung von Gastdirigent Marc Rohde in ihren eigene Wohnungen musikalisch vorbereitet. Geprobt wurde ausschließlich mit einer Konferenzsoftware. Für die Gesangsaufnahmen mit nur wenigen Requisiten und ohne Kulissen verwendeten die Studierenden die jeweils bei ihnen privat vorhandene Technik. An die hundert Online-Sitzungen für musikalische und szenische Proben sowie Organisation gab es für die „Virtuelle Zauberflöte“.

„Uns war klar, dass wir die geplante Inszenierung der Zauberflöte in Lübeck und Bad Oldesloe mit den neuen Sicherheitsregeln nicht würden realisieren können“, erläutert Projektleiter Prof. Robert Roche. „Um unseren szenischen Projektunterricht dennoch zu gewährleisten, haben wir beschlossen radikal zu sein: eine Oper komplett im virtuellen Raum, in dem die Sängerinnen und Sänger nur in ihrer Vorstellung miteinander agieren. Es ist ein Experiment und wir waren selber gespannt, wie es funktionieren würde.“ Marc Rohde, international gefragter Dirigent und neuer Generalmusikdirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, sagt zum MHL-Projekt: „Es geht uns nicht um die Illusion einer makellosen Aufführung, vielmehr ist der Weg das eigentliche Ziel: nämlich den Gesangsstudierenden auch in diesen Ausnahmezeiten eine intensive musikalische Arbeit und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.“

Entstanden ist eine gekürzte, etwas mehr als einstündige Fassung der „Zauberflöte“, der wohl berühmtesten Mozart-Oper. Viele der Rollen sind dreifach besetzt, damit sich möglichst viele Studierende am experimentellen Opernprojekt beteiligen können. Es singen in den Hauptrollen Celina Denden und Rocio Reyes Romero (Pamina), Wonjun Joo, Marius Pallesen und Zixing Zhang (Tamino), Jasmin Delfs, Anna Eufinger und Natalie Helgert (Königin der Nacht) sowie Kolja Martens und Yuhui Liang (Papageno).

Der Link zur „Virtuellen Zauberflöte“ ist unter www.kub-badoldesloe.de und auch unter www.mh-luebeck.de/veranstaltungen/mhl-streaming zu finden.