Jifna in Palästina
- Verschwisterung im Jahre 2015
- Lage: 23 km nördlich von Jerusalem, nahe Ramallah
- Jifna gehört zu den urchristlichen Orten in Palästina.
- Bürgermeister: Amjad Awwad
- Ehrenamtlicher Beauftragter:
Dr. Hartmut Jokisch
Tel.: 04531 181801
10 Jahre Partnerschaft mit Palästina und Jifna
Mit etwa 70 geladenen Festteilnehmern (viele Stadtverordnete und Mitglieder des Freundeskreises Beer Yaacov/Jifna e. V. und 14 palästinensischen Gästen) wurde am 1. November 2025 im Historischen Rathaus gefeiert, dass vor 10 Jahren die Bürgermeister beider Städte sowie die Bürgerworthalterin von Bad Oldesloe einen Städtepartnerschaftsvertrag unterschrieben haben.
Die Feier begann eindrucksvoll mit dem Einmarsch von drei Musikern der Scoutsband aus Jifna, die mit Trommel und zwei Dudelsack-Pfeifen die Nationalhymne von Palästina spielten.
Bürgermeister Jörg Lembke hob in seinem Grußwort hervor, dass Bad Oldesloe die einzige Stadt im norddeutschen Raum ist, die eine Partnerstadt in Palästina hat. Er ergänzte, dass Bad Oldesloe auch Beziehungen zu einer israelischen Partnerstadt pflegt. Einer von drei anwesenden Vertreter der Palästinensischen Mission in Berlin, Rami Iriqat, begrüßte in seiner Rede, dass die Bundesregierung an der Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten festhält.
Der ehemalige Oberbürgermeister von Jena und jetzige Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Bethlehem, Dr. Albrecht Schröder, hielt eine bewegende Rede zur Rolle der Städtepartnerschaften angesichts des Nahostkonflikts. Er zitierte den jüdischen Philosophen Martin Buber: „Den Juden in Israel kann es nur gut gehen, wenn es den Palästinensern gut geht, Und den Palästinensern kann es nur gut gehen, wenn es den Juden gut geht“.
Zum Abschluss zeigte Amjad Awad, der Bürgermeister von Jifna, in einem Bildervortrag, welche Früchte die Partnerschaft mit Bad Oldesloe in Jifna getragen hat. Er erwähnte das Abwasserprojekt im Zentrum von Jifna um den Marienbrunnen herum, die Unterstützung durch die deutsche Partnerstadt während der Corona-Krise und das aktuelle Projekt der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Lampen.
Nach den Reden, die alle vom nach Bad Oldesloe geflüchteten Deutsch-Syrer Khaled Tabseh gedolmetscht wurden, gab es einen Austausch von Gastgeschenken. Bürgermeister Lembke erhielt z. B. eine mit traditionellen palästinensischen Mustern verzierte Wanduhr überreicht.
Die 14 Gäste aus Jifna waren bei Familien in Bad Oldesloe untergebracht, so dass durch persönliche Begegnungen ein gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden konnte. Die Gastgeber waren begeistert über die Bescheidenheit und Aufgeschlossenheit ihrer Gäste, die Jifnaui selbst haben die Wärme und Herzlichkeit der Oldesloer Familien genossen. Auch zum Abschluss der Feier gab es viele Austauschmöglichkeiten bei einem Imbiss aus dem Angebot eines lokalen Caterers, erweitert mit Kuchen, Humus, Falafel und Pita, hergestellt von Mitgliedern des Freundeskreis-Vereins.
Hartmut Jokisch, Städtischer Beauftragter für die Partnerstädte Beer Yaacov und Jifna.
Die 12 Reisenden aus dem Morgenland – St. Josephs-Chor aus Jifna besucht Partnerstadt Bad Oldesloe
Im Jahr 2015 wurde ein Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Jifna und Bad Oldesloe von den beiden Bürgermeistern und dem Oldesloer Stadtratsvorsitzenden unterzeichnet. Bereits vor diesem Termin, aber auch danach, hatten Gruppen aus Bad Oldesloe die Partnerstadt in Palästina besucht. Im Juli 2023 gab es nun den ersten Gegenbesuch durch ein Dutzend Jifnaui in Bad Oldesloe: Ein Chor der St. Joseph Latin Church aus 10 Sängerinnen und Sängern , dazu der Bürgermeister Amjad Awwad und sein Stellvertreter Feras Asmar. Alle Gäste waren in Bad Oldesloe beim Freundeskreis Beer Yaacov /Jifna e. V. privat untergebracht.
Der Chor hatte gefeierte Auftritte sowohl im Kloster Nütschau als auch bei der „Sommerserenade“ in der voll besetzten evangelischen Peter-Paul-Kirche in Bad Oldesloe, dazu je einen ‚Gig‘ auf dem Palästina-Abend in Bad Oldesloe und als ‚Flash-mob‘ in der St. Marien-Kirche zu Lübeck.
Die Besuchergruppe erfreute sich an Gesprächen mit dem Bürgermeister Lembke und dem Jugendbeirat von Bad Oldesloe, sie besuchte die Stormarner Werkstätten (für Menschen mit Handicaps) und die Weltfirma Hako. Sie informierte sich über lokale soziale Projekte, wie die Kleiderkiste oder die Flüchtlingshilfe KAKTUS, aber auch über die kommunale Infrastruktur bezüglich Fernwärme- und Elektrizitätsversorgung.
Neben den Besichtigungen der beiden Welterbe-Stätten „Hamburger Speicher“ und der Lübecker Innenstadt war die Teilnahme am größten schleswig-holsteinischen Kinder- und Jugendfest, dem „Kindervogelschießen“ der touristische Höhepunkt ihrer Reise
Hartmut Jokisch, Städtischer Beauftragter für die Partnerstädte Beer Yaacov und Jifna.