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Projekte/Zusammenarbeit

26. April 2021

Corona im Orient
Extreme Kontraste in Bad Oldesloes levantinischen Partnerstädten

„Meine besten Freundinnen in Israel sind große Impfskeptiker und Gegner der Maßnahmen der israelischen Regierung“, so der städtische Beauftragte für die Oldesloer Partnerstädte Beer Yaacov in Israel und Jifna in Palästina, Hartmut Jokisch. Er fährt fort: „Das ist erstaunlich, wo doch in dem kleinen Land jeder jemanden kennt, der daran erkrankt war. Der Bürgermeister von Beer Yaacov hat die Krankheit durchgemacht, ebenso mein israelischer Partner Uri Shimoni – der jetzt noch darunter leidet“. Die erfolgreiche Impfkampagne in Israel habe immerhin dazu geführt, dass seit Sonntag die Maskenpflicht im Freien und alle Einkaufs- und Gaststättenbeschränkungen gefallen sind und die Schulen wieder geöffnet haben, so auch die Highschool Nawe Nachum, die Partnerschule der Ida-Ehre-Schule.
In Palästina sieht es dagegen ganz anders aus: Es gibt dort nur sehr wenige Impfungen bisher. Die Inzidenzrate ist hoch, überall herrscht Lockdown. Die Tagelöhner (etwa die Hälfte der Einwohner Jifnas) haben kein Einkommen mehr, staatliche Hilfen gibt es nicht, die Ärmsten können sich nicht einmal Mund-Nasen-Masken leisten. Viele in dem 3000-Seelen-Dorf sind erkrankt, die Krankenhäuser der nahen Stadt Ramallah nehmen keine Patienten auf. „Der beste Freund meines Partners Emil Abdo ist kürzlich an Covid gestorben, ohne dass er medizinische Hilfe bekommen konnte“, so Jokisch, der deshalb ein Hilfsprogramm für Jifna initiiert hat. Mit Mitteln der Servicestelle der Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der gemeinnützigen Gesellschaft Engagement Global wurden in Jifna Masken und Desinfektionsmittel gekauft und Informationsblätter gedruckt. Auf Grund der dramatischen Ereignisse in Jifna werden jetzt noch schnell Sauerstoffmasken für die schwer Erkrankten besorgt.

2018

Erstes Kooperationsprojekt mit Jifna „Reinige die Marien-Quelle!“

Wie in der Broschüre „Jifna“ (erhältlich in der Stadtinfo) ausführlich beschrieben, ist Jifna ein Ort der Antike – bereits in der Bibel erwähnt – mit einer reichen Geschichte und vielen Erzählungen.
Eine der Erzählungen berichtet, dass die schwangere Maria auf ihrem Weg von Nazareth nach Bethlehem hier unter einem Feigenbaum Rast hielt und aus der Quelle in der Ortsmitte trank.
Diese Quelle ist immer noch vorhanden, hält aber wegen der Verschmutzungen durch die umliegenden Häuser, die keine Kanalisation besitzen, jetzt kein Trinkwasser mehr bereit.
Ein Projekt, dass die alten Häuser im Zentrum an die Kanalisation anschließt, wurde deshalb nach einer Idee des damaligen Bürgermeisters von Jifna. Maher Abu Khalil, vom Vorsitzenden des Freundeskreises Beer Yaacov/Jifna e. V. Hartmut Jokisch und vom Stadtwerkeleiter Jürgen Fahl bei Engagement Global 2017 beantragt.

Das Projekt wurde bewilligt, 2018 gestartet und 2019 beendet.

2018 besuchte der Bürgermeister von Bad Oldesloe, Jörg Lembke, den Bürgermeister von Jifna, Amjad Awwad, und besichtigte bei der Gelegenheit natürlich die Baustelle.