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Liebe Oldesloerinnen und Oldesloer, liebe Gäste unserer schönen Stadt!

hier finden Sie Tipps für Ihre Freizeit in Bad Oldesloe und der näheren Umgebung sowie eine Übersicht der Gastgeber. Schön, dass Sie da sind!

Station 1 Aufmarschorte: Exer und Marktplatz

Klasse 10 b - TSS

Die Propaganda im Dritten Reich diente der Nationalsozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) dazu, das deutsche Volk von der nationalsozialistischen Ideologie zu überzeugen und ein Gefühl der nationalen Einheit entstehen zu lassen. Als bestimmende Mittel der Propaganda nutzten die Nationalsozialisten gleichgeschaltete Medien (Presse, Rundfunk und Film), aber oftmals auch pompös inszenierte Massenversammlungen, die sich in Bad Oldesloe vor allem auf dem Marktplatz und dem Exer abspielten.

Die 1925 neugegründete NSDAP nutzte bereits in der Endphase der Weimarer Republik propagandistische Methoden, um das Ziel einer Regierungsbeteiligung zu erreichen. Obwohl sie bei Gründung noch eine völkische und antisemitische Kleinpartei war, erlangte sie durch die Unterstützung deutschnationaler Großverleger schnell Aufmerksamkeit in der gesamten Republik. Mit der Hinwendung zu sozialen und außenpolitischen Themen, die vor allem den Versailler Vertrag und den Young-Plan als maßgeblich für den wirtschaftlichen Niedergang des Deutschen Reiches betrachteten, schuf sie sich eine breitere Wählerbasis. In Folge nutzte die NSDAP Kundgebungen auch dazu, je nach Zielgruppe themenbezogen zu agieren.

Besondere Bedeutung erhielten die Aufmarschorte in Bad Oldesloe im sogenannten »Festkalender«, der jeweils mit dem Tag der »Machtergreifung« am 30. Januar 1933 begann. Typisch für die Festtage war eine Beflaggung der öffentlichen und privaten Gebäude, wobei ab 1934 lediglich die Hakenkreuzflagge gezeigt werden durfte. Der Marktplatz in Bad Oldesloe diente an vielen dieser Feiertage entweder als Start- oder Endpunkt von Umzügen und Märschen.

Am Heldengedenktag, der jeweils im März begangen wurde, versammelten sich Parteigliederungen und Vereine auf dem Oldesloer Marktplatz, um anschließend auf einer festgelegten Marschroute zum Alten Friedhof zu ziehen. Zur Gestaltung des Tages zählte bis 1935 auch ein Gottesdienst, aufgrund der NS-Kirchenpolitik erfolgte dann lediglich eine Kranzniederlegung der Kirche am Ehrenmal. 1938 wurde auch dies untersagt.

Zwar gab es am 20. April - Hitlers Geburtstag - keine offiziellen Feiern, allerdings erfolgte am Vorabend jeweils die Übernahme des »Deutschen Jungvolks« in die Hitlerjugend (HJ), wodurch auch dieser Tag einen gewissen feierlichen Aspekt bekam. 1934 fand die Übergabe der »Jungvolkpimpfe« an die HJ im Kurpark statt. Nach dem Ende der Feier bildete sich ein Marsch durch die Stadt, der wiederum auf dem Marktplatz endete. Zum 50. Geburtstag Hitlers wurde der 20. April jedoch zum nationalen Feiertag erhoben. Auch hier zeigte sich wieder das Bild einer mit Flaggen behangenen Innenstadt; inklusive eines Fackelzuges, der abends vom Pferdemarkt durch die Stadt bis zum Marktplatz zog, wo eine Festrede gehalten wurde.
Eine besondere Stellung nahmen die Feierlichkeiten zum 1. Mai ein, der von den Nationalsozialisten zum »Nationalen Feiertag des deutschen Volkes« umfunktioniert wurde. Aus dem ehemaligen internationalen Kampftag für die Arbeiter wurde ein arbeitsfreier Feiertag, der eher an ein Volksfest denken ließ, inklusive Tanz, Buden, Konzerten und natürlich einem Umzug. Wie zu allen anderen ähnlichen Gelegenheiten dieser Art waren auch dieses Mal die Straßen mit Flaggen geschmückt. Hinzu kam allerdings noch Schmuck aus frischem Grün, der an den Häusern angebracht und von der Stadt gestellt wurde. In den Jahren 1934 und 1935 startete der Festumzug, der ein wesentliches Element der Feierlichkeiten darstellte, auf dem Exer bzw. dem Pferdemarkt. Von dort zog er zum Kurpark. Im Jahr 1937 hatte der Festumzug eine Länge von 2,5 km. 
Dass auch diese eher volksfestlich anmutende Feierlichkeit zur Erziehung der Jugend genutzt wurde, zeigt sich daran, dass die Schulen am 1. Mai offiziell schulfrei hatten. Dennoch mussten die Schülerinnen und Schüler am Aufmarsch zu den Feierlichkeiten teilnehmen und sich, wie für das Schuljahr 1933/34 vermerkt wurde, »auf dem Marktplatz die Übertragung aus Berlin (des Staatsaktes im Berliner Lustgarten)« anhören.