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Station 5: Stolperstein Hans Wöltje

Niela Amelie Saathoff, 9. Klasse

Ein bekannter Zeuge Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus lebte in der Hindenburgstraße 49 in Bad Oldesloe. Er hieß Hans Wöltje, war Angestellter in der Landwirtschaftskammer. Er wurde am 7. Januar 1897 in Santos, Brasilien, geboren. Sein Vater war Henry Wöltje, exportierte Kaffee und war Deutscher Konsul. Die Eltern wollten ihren 5 Kindern eine gute Schulausbildung ermöglichen. Also zog die Mutter mit den Kindern nach Bad Oldesloe. Nachdem Hans Wöltje den Oberrealschulabschluss, der damals einen sehr guten Ruf hatte, abgeschlossen hatte, wurde er zum Militärdienst eingezogen, um im 1. Weltkrieg eingesetzt zu werden. Unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse wurde er Zeuge Jehovas, auch Bibelforscher genannt.

Die Zeugen Jehovas wurden von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet, weil sie nur Gott und die Bibel anerkennen: Sie verweigerten den Wehrdienst, wählten nicht, traten nicht in die NSDAP und deren Gliederungen ein und lehnten den Personenkult um Hitler ab. Hans Wöltje wurde erstmals im Jahre 1935 verhaftet und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Im November 1937 wurde er erneut verhaftet und in das Lübecker Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Im Jahre 1939 wurde er in das KZ Sachsenhausen und im Sommer 1940 in das KZ Dachau überführt, wo er am 2. Juni 1942 ermordet wurde.

Zum Gedenken an Hans Wöltje wurde im September 2010 vor seinem letzten Wohnort in der Hindenburgstraße 49 ein Stolperstein verlegt.