Liebe Oldesloerinnen und Oldesloer, liebe Gäste unserer schönen Stadt!
hier finden Sie Tipps für Ihre Freizeit in Bad Oldesloe und der näheren Umgebung sowie eine Übersicht der Gastgeber. Schön, dass Sie da sind!
Station 6: Die jüdische Familie Hirsch
Saphira Bock und Juliane Seiberth (9. Klasse)
Fast 200 Jahre lebte die Familie Hirsch in Oldesloe. Die Vorfahren der Familie stammten ursprünglich von dem Gut Moisling, heute ein Lübecker Stadtteil. Seinerzeit war es Juden erlaubt, sich dort niederzulassen. Hier in Oldesloe gelang ihnen der Aufstieg vom Hausierer und ambulanten Händler zum angesehenen Kaufmann.
In dem Haus an der Ecke Hindenburg- und Mühlenstraße befand sich bis 1927 das Kaufhaus von Henry Hirsch. Er wurde 1857 geboren. Er verstand sich als deutscher Bürger, engagierte sich in Vereinen und Verbänden und war Stadtverordneter. Im Jahre 1898 ließ er sich taufen und verstarb 1927.
Aus der Familie Hirsch sind viele Mitglieder deportiert und in KZ oder Vernichtungslagern ermordet worden. Darunter waren die Schwestern Friderike und Helene Oppenheimer, geb. Hirsch. Berta Hirsch, die Witwe von Julius Hirsch, einem Neffen von Henry Hirsch, zog vermutlich 1933 zu ihren in Hamburg lebenden Söhnen Hans und Max. Berta Hirsch wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert. Ihren beiden Söhnen Max und Hans gelang die Flucht.
Das Kaufhaus Hirsch in der Langen Straße (heute Hindenburgstraße) war bis Ende der 1920er Jahre ein Begriff in Bad Oldesloe. Hier verkaufte Henry Hirsch Textilwaren, wie Bekleidung, Stoffe, Bänder und Spitzen, die es sonst nirgends in Bad Oldesloe gab. In dem Gebäude ist heute Delikatessen Peters ansässig.