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Liebe Oldesloerinnen und Oldesloer, liebe Gäste unserer schönen Stadt!

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Station 11: Riga Deportation 1941

Die Tragödie am und um den Bahnhof
Die Todesmärsche zum Bahnhof

BSK - EPG22

Der Bahnhof Bad Oldesloe war bis zum Kriegsende ein Eisenbahnknotenpunkt. Am 6. Dezember 1941 startete ein Deportationszug mit mehr als 900 Menschen in Bad Oldesloe, der nach Riga führte. Eine Tragödie historischen Ausmaßes.

Zunächst kamen Züge aus Lübeck, Neumünster, Bad Segeberg, Hamburg und Kiel an. Waggons wurden in Bad Oldesloe neu zu einem Zug zusammengestellt, der über Trittau/Ratzeburg Richtung Osten bis Riga fuhr. In Dirschau mussten 27 Danziger Juden in den Zug zusteigen. Im Bahnhof Riga Skirotava endete die Deportation.

Über 900 Juden aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wurden von Bad Oldesloe aus in das Ghetto nach Riga unter mörderischen Bedingungen deportiert. Die Transportlisten der Hamburger Juden zählten 775 Menschen auf, darunter Juden aus Lüneburg, Lehrte, Lüchow, Winsen (Luhe), Burgdorf, Sehnde, Celle, Uelzen, Burg und Schlieckau. Aus Lübeck, Bad Schwartau und Ratzeburg kamen 87 jüdische Menschen. Unter ihnen waren auch die Kinder und Jugendlichen Margot, Martin und Max Prenski (Namensgeber der Geschwister Prenski Schule in Lübeck) mit ihrer Mutter sowie Rosa Beutel, Fina Rosenthal und Fanny Saalfeld.

Zu den 39 jüdischen Menschen aus Kiel zählten auch noch je eine Person aus Ahrensburg, Elmshorn, Flensburg und Rendsburg. Aus Ahrensburg war Magnus Lehmann unter den Deportierten, der das Ghetto in Riga nicht überlebte.

In Lübeck, Kiel und Hamburg wurden die jüdischen Menschen in Personenwaggons zusammengepfercht. Ihr Gepäck wurde in Güterwaggons verladen. Sie mussten selbst für 4-5 Tage Nahrung mitnehmen. Doch mangelnde Nahrung, fehlendes Wasser, unzureichende medizinische Versorgung, Kälte und fehlende Hygiene kamen erschwerend hinzu. So kam es bereits während der Deportation zu vielen Todesfällen.

Von den in das Ghetto in Riga Deportierten aus Schleswig-Holstein überlebten Wolf Hirsch aus Kiel und Josef Katz aus Lübeck.

Die Deportation von Juden aus Norddeutschland war Teil eines größeren Plans der Nazis, um Europa von Juden zu »säubern«. Im Laufe des 2. Weltkriegs wurden Millionen Juden aus ihren Heimatländern deportiert und in Ghettos oder Konzentrationslagern ermordet.

Heute erinnert eine Gedenktafel am Bahnhof in Bad Oldesloe an die schrecklichen Ereignisse vom 6. Dezember 1941. Sie erinnert uns daran, dass wir uns nie wieder von Hass und Vorurteilen leiten lassen dürfen und dass wir uns immer für die Freiheit und die Würde des Menschen einsetzen müssen.

Es wird bewusst auf ein Bild verzichtet, da das Grauen der damaligen Zeit aus unserer Sicht nicht annähernd abgebildet werden kann.